Weiterbildungskurs Jungwaldpflege/Biologische Rationalisierung

Zusammen mit dem Forstbetrieb Kölliken-Safenwil haben wir am 25. Juni eine Weiterbildung "Jungwaldpflege / Biologische Rationalisierung" absolviert. Der Kurs wurde von Peter Ammann (Fachexperte Jungwaldpflege Abteilung Wald und Co-Leiter Fachstelle Waldbau) geleitet. Nach einem Theorie-Input wurde die Beobachtungsfläche am Sennweg besichtigt. Diese Fläche wurde im Jungwaldpflegekurs 2009 gemäss der Z-Baummethode (Z steht für Zukunftsbaum) durchforstet, 2014 und 2019 fanden weitere Eingriffe statt. Insbesondere denjenigen Mitarbeitenden, die bereits 2009 mit dabei waren, wurden die mit den ausgeführten Eingriffen erzielten Resultate eindrücklich vor Augen geführt. Die Konzentration der Pflegeeingriffe auf die Z-Bäume zahlt sich aus.

In einem zweiten Objekt – einem Eichen- und Bergahornstangenholz am Totenweg – wurden in drei Gruppen die notwendigen Eingriffe besprochen und anschliessend ausgeführt. Während sich die Qualität des Bergahornbestandes auf den ersten Blick nicht als besonders vielversprechend präsentierte, konnten aber dennoch genügend Z-Bäume gefunden und begünstigt werden. Bei der meist auf die Wertholzproduktion ausgerichteten Optik darf bereits bei Eingriffen in jungen Beständen nicht vergessen werden, auch zukünftige Biotopbäume zu fördern. Ein stattliches, wildes Exemplar eines Bergahorns mit dicken Ästen und Totholz im Kronenbereich wurde deshalb ebenfalls begünstigt.

Nach der Auswahl der Z-Bäume in den Eichenpflanzungen wurden die Eingriffe ebenfalls ausgeführt. Diese fallen i.d.R. fein aus und werden teilweise durch Kronenschnittmassnahmen ergänzt. Die Konkurrenten wurden am Boden oder auf bequemer Arbeitshöhe abgesägt. Weitere Konkurrenten der Eichen wurden geringelt: Dabei wird mit einem Ziehmesser der Konkurrent auf Kopfhöhe entrindet, somit stirbt der Baum langsam ab, die verbleibenden Eichen werden nicht destabilisiert. Die absterbenden Konkurrenten produzieren wertvolles Totholz.

Am Nachmittag besuchten wir ein Stangenholz mit Eichen, Bergahorn, Kirsche, Lärche, Bergulme und Buchen im FB Kölliken-Safenwil. Die Buchen wurden gepflanzt, die anderen Baumarten haben sich natürlich eingestellt. Wiederum wurden die Z-Bäume bestimmt und ihre Konkurrenten entfernt. Die Stärke des Eingriffs wurde der jeweiligen Baumart angepasst. Bei den Buchen-Z-Bäumen waren noch keine Massnahmen notwendig, hier läuft der natürliche Selektionsprozess weiter ab.

Zum Schluss wurden die Auswirkungen des Klimawandels auf unseren Wald diskutiert. Es wurde aufgezeigt, was für Baumarten bei uns überleben und in 50 Jahren den "Aargauerwald" bilden könnten.

Es war ein interessanter und lehrreicher Kurs. Als Fazit kann festgehalten werden, dass wir mit unserer Waldbauphilosophie " ja nicht stur immer mit der Natur", auf dem richtigen Weg sind.

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